Über dich wird gesprochen. Am 20. September sprichst du mit.
Wahlaktivierung für die Beauftragte des Senats von Berlin für Partizipation, Integration und Migration
Berlin ist vielfältig. Diese Vielfalt soll sich auch an den Wahlurnen widerspiegeln. Doch politische Teilhabe beginnt mit dem Wissen darüber, dass man überhaupt mitentscheiden kann. Gerade Menschen mit Einwanderungsgeschichte und wahlberechtigten EU-Bürger ist häufig nicht bewusst, dass sie auch ohne deutsche Staatsangehörigkeit auf kommunaler Ebene wählen dürfen.
Für die Beauftragte des Senats von Berlin für Partizipation, Integration und Migration entwickelten wir deshalb eine umfassende Wahlaktivierungskampagne, die informiert, Zugehörigkeit vermittelt und zur Stimmabgabe motiviert. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie erreicht man unterschiedliche Berliner Communities in kurzer Zeit so, dass aus einer abstrakten Information ein persönlicher Aufruf zur politischen Beteiligung wird?
Das Ziel: Wahlberechtigte über ihre Möglichkeiten aufklären, bestehende Informationsbarrieren abbauen und möglichst viele Berliner dazu bewegen, ihre Stimme zu nutzen.
Nicht nur über dich sprechen lassen. Mitsprechen.
Wie wir politische Teilhabe sichtbar und persönlich machten.
Den strategischen Ausgangspunkt bildete ein einfacher Gedanke: Wer in Berlin lebt, gestaltet Berlin mit. Politische Entscheidungen betreffen den Alltag aller Menschen in der Stadt – unabhängig davon, welche Sprache sie zu Hause sprechen oder welchen Pass sie besitzen. Genau dieses Gefühl von Zugehörigkeit und Mitgestaltung sollte die Kampagne vermitteln.
Daraus entstand die zentrale Botschaft „Über dich wird gesprochen. Am 20. September sprichst du mit.“ Sie macht aus dem Wahlaufruf eine persönliche Einladung: nicht am Rand stehen, sondern selbst Teil der politischen Debatte werden.
Die Herausforderung bestand dabei nicht allein darin, Aufmerksamkeit für den Wahltag zu erzeugen. Die Kampagne musste gleichzeitig erklären, Orientierung geben und Menschen erreichen, die von klassischer politischer Kommunikation häufig nur unzureichend angesprochen werden. Dafür verbanden wir Wahlaktivierung mit niedrigschwelliger Information und einer konsequent mehrsprachigen Ansprache.
Insbesondere polnisch-, russisch- und ukrainischsprachige Communities wurden gezielt angesprochen. Statt Informationen lediglich zu übersetzen, wurde Mehrsprachigkeit zum sichtbaren Bestandteil der Kampagnenidee. Unterschiedliche Begriffe rund um Stimme, Gemeinschaft, Beteiligung und Zusammenhalt bilden ein grafisches Mosaik und machen die sprachliche Vielfalt Berlins selbst zum Gestaltungselement.
So vermittelt bereits das visuelle Erscheinungsbild eine zentrale Botschaft: Viele Sprachen, viele Perspektiven, eine gemeinsame Stadt.
In zwei Wochen von der Idee auf die Straße
Für die Umsetzung war Geschwindigkeit entscheidend. In einem zweiwöchigen Sprint entwickelten und realisierten wir einen integrierten Kommunikationsmix, der digitale und analoge Touchpoints miteinander verbindet.
Herzstück des Auftritts ist eine plakative, typografisch starke Gestaltung, die an eine Sprechblase erinnert. Die Form greift den Gedanken des Mitredens unmittelbar auf und schafft gleichzeitig einen flexiblen visuellen Rahmen für unterschiedliche Botschaften und Formate. Klare Schwarz-Weiß-Kontraste, kräftiges Rot und ein farbiges Raster aus Begriffen, Sprachen und Illustrationen sorgen dafür, dass die Kampagne sowohl im öffentlichen Raum als auch auf dem Smartphone sofort wiedererkennbar ist.
Aus diesem System entstand eine ganze Kampagnenwelt: großformatige Poster und City-Light-Motive, Postkarten und Informationsmaterialien für die direkte Ansprache, Social-Media-Assets für unterschiedliche Zielgruppen sowie eine Landingpage, auf der die wichtigsten Fragen rund um Wahlberechtigung und Stimmabgabe verständlich beantwortet werden.
Ergänzt wurde die Kampagne durch Motive und kleinere Formate, die zentrale Botschaften wie „Deine Stimme zählt“, „Teile, was dir wichtig ist“ oder „Es geht um dein Berlin“ aufgreifen. Dadurch konnte die Leitidee je nach Kanal und Kommunikationssituation weitergespielt werden, ohne ihren Wiedererkennungswert zu verlieren.
Information dort, wo Beteiligung beginnt
Wahlaktivierung funktioniert nur, wenn Menschen nicht allein erfahren, dass sie wählen sollen, sondern auch verstehen, ob und wie sie wählen können.
Deshalb wurde die Kampagne bewusst nicht als reine Imagekommunikation konzipiert. Neben emotionalen Aktivierungsbotschaften stehen konkrete Serviceinformationen: Wer darf wählen? Welche Möglichkeiten der Stimmabgabe gibt es? Wo sind weitere Informationen erhältlich? Und warum ist die eigene Stimme für Berlin relevant?
Die unterschiedlichen Inhalte wurden so aufbereitet, dass sie schnell erfassbar, niedrigschwellig und über verschiedene Kanäle hinweg konsistent funktionieren. Kurze Botschaften schaffen Aufmerksamkeit im Stadtraum und auf Social Media, vertiefende Informationen auf der Landingpage geben Orientierung.
So entstand aus Gestaltung, Information und Aktivierung ein zusammenhängendes Kommunikationssystem – und aus einem formalen Wahlrecht eine konkrete Einladung zur Beteiligung.
Viele Stimmen. Ein Berlin.
Mit der Kampagne wird politische Teilhabe dort sichtbar, wo Berlin tatsächlich stattfindet: auf der Straße, im Kiez, in unterschiedlichen Communities und im digitalen Alltag.
Die mehrsprachige Gestaltung bildet die Vielfalt der Stadt nicht nur ab, sondern macht sie zum Kern der Kommunikation. Gleichzeitig sorgt eine klare, zugängliche Sprache dafür, dass auch komplexere Informationen rund um das Wahlrecht verständlich vermittelt werden.
Das Ergebnis ist eine Wahlaktivierungskampagne, die nicht belehrt, sondern einlädt. Sie verbindet demokratische Information mit einer starken visuellen Identität und übersetzt das Thema politische Partizipation in eine ebenso einfache wie persönliche Botschaft: Deine Perspektive gehört zu Berlin – also bring sie ein.
Für ORCA Affairs ist das Projekt zugleich die zweite Zusammenarbeit mit der Beauftragten des Senats von Berlin für Partizipation, Integration und Migration. An der Schnittstelle von Public Affairs, strategischer Kommunikation und politischer Kampagnenführung konnten wir erneut zeigen, wie politische Institutionen Menschen erreichen können, deren Perspektiven für eine repräsentative Demokratie unverzichtbar sind.
Berlin wird über viele Stimmen erzählt. Am Wahltag sollen möglichst viele davon auch zählen.





